
Mit gerade einmal 18 Jahren folgt Joyce ihrer grössten Leidenschaft: der Musik. Die Schweizer Singer-Songwriterin lebt und studiert derzeit in Schweden. Im Gespräch erzählt sie von Schmuckstücken voller Bedeutung, den Menschen, die sie inspirieren, und den Träumen, die ihre Welt prägen.
WER BIST DU, UND WOFÜR BRENNST DU IN DEINEM ALLTAG ODER BERUF?
Ich bin Joyce, 18 Jahre alt, Singer-Songwriterin und in Düdingen in der Schweiz zu Hause. Als Älteste von neun Geschwistern bin ich mit viel Leben um mich herum aufgewachsen. Mein ganz persönlicher Rückzugsort war dabei schon immer die Musik. Sie ist die grosse Liebe meines Lebens. :) In ihr finde ich nicht nur meine grösste Leidenschaft, sondern auch einen Weg, die Welt und meinen eigenen Platz darin besser zu verstehen.
Ich liebe es, Gefühle und Erlebnisse in Songs zu verwandeln. Manchmal verstehe ich selbst erst, was ich fühle, wenn ich mich hinsetze und darüber schreibe. Ein Song gibt mir den Raum, einem Gefühl nachzugehen, Worte dafür zu finden und daraus etwas zu schaffen, das ich mit anderen teilen kann. Besonders schön finde ich, dass etwas so Persönliches für einen anderen Menschen eine ganz eigene Bedeutung bekommen kann. Man schreibt über das eigene Leben – und plötzlich erkennt sich jemand darin wieder, dem man noch nie begegnet ist.
Zurzeit lebe ich in Schweden und studiere an der Songwriters Academy of Sweden. So viel Zeit der Musik widmen zu können, mit anderen zusammenzuarbeiten und Menschen kennenzulernen, die dieselbe Leidenschaft teilen, bedeutet mir sehr viel. Dabei lerne ich nicht nur mehr über Songwriting, sondern auch über mich selbst: was mir wichtig ist, was ich sagen möchte und welche Künstlerin ich sein möchte.
Mein Traum ist es, mein Leben lang Musik zu machen. Ich möchte mich weiterentwickeln und hart für das arbeiten, was ich liebe. Vor allem wünsche ich mir, Songs zu schreiben, die etwas in Menschen auslösen – die ihnen das Gefühl geben, verstanden oder getröstet zu werden, sie begeistern oder sie ein kleines bisschen weniger allein fühlen lassen. Wenn meine Musik jemanden dazu ermutigen kann, an sich selbst zu glauben und den eigenen Träumen zu folgen, würde mir das unglaublich viel bedeuten.

WAS BEDEUTET FÜR DICH SCHMUCK – IM ALLTAG ODER BEI BESONDEREN MOMENTEN?
Ich liebe dezenten Schmuck – besonders Stücke, die eine persönliche Bedeutung für mich haben. Manche sind mir so wichtig, dass ich sie eigentlich nie ablege.
Ich finde es wunderschön, wie ein so kleines Schmuckstück eine ganze Geschichte in sich tragen kann. Es kann an einen Menschen erinnern, an einen Ort, einen besonderen Moment oder an etwas, woran man glaubt. Vielleicht ist man selbst die einzige Person, die weiss, welche Bedeutung dahintersteckt – und trotzdem trägt man diese Geschichte überall mit sich. Genau diese stille, sehr persönliche Seite von Schmuck liebe ich.
Für mich entsteht der eigentliche Wert eines Schmuckstücks durch die Erinnerungen und Gefühle, die damit verbunden sind. Es kann Liebe, Mut und Nostalgie hervorrufen, manchmal auch Traurigkeit. Oft liegen diese Gefühle ganz nah beieinander: Man kann einen Menschen oder einen Moment vermissen und gleichzeitig dankbar dafür sein, dass sie Teil des eigenen Lebens waren. Ich finde, Schmuck kann all das auf eine ganz besondere Weise bewahren.

GIBT ES EIN SCHMUCKSTÜCK, DAS DICH BESONDERS BEGLEITET ODER EINE GESCHICHTE ERZÄHLT?
Ich habe eine Halskette mit dem Schriftzug „Darkland“ – so nenne ich meine eigene Welt. Es ist ein Ort für meine Träume, meine Gefühle und all die Geschichten, die ich in Musik verwandle. Der Name gibt etwas eine Form, das sich manchmal nur schwer in Worte fassen lässt: die Welt in meinem Kopf, in der viele meiner Songs ihren Anfang nehmen.
Diese Kette bedeutet mir unglaublich viel und ich trage sie eigentlich immer. Für mich ist sie wie ein kleines Stück dieser Welt, das ich überallhin mitnehmen kann. Egal, wo ich gerade bin, erinnert sie mich daran, wer ich bin, was ich erschaffe und warum es mir so viel bedeutet.
Dazu trage ich eine Kette mit einem Stern. Sterne haben mich schon immer fasziniert. Für mich stehen sie für Träume, das Leben und eine gewisse Unendlichkeit. Wenn ich in den Sternenhimmel schaue, wird mir bewusst, wie viel jenseits dessen existiert, was wir in unserem Alltag sehen und begreifen können. Das empfinde ich gleichzeitig als beruhigend und ein wenig überwältigend.
Sterne lassen mich spüren, wie klein ich bin und gleichzeitig, wie sehr ich mit etwas Grösserem verbunden bin. Plötzlich erscheinen die eigenen Sorgen ganz unbedeutend, während allein die Tatsache, hier zu sein, fühlen und träumen zu können, etwas Besonderes bekommt. Es ist dieses seltsame Gefühl zwischen dem Gedanken, dass alles von Bedeutung ist, und der Frage, wie wichtig irgendetwas in einem so unendlich grossen Universum überhaupt sein kann. Ich liebe dieses Gefühl, auch wenn es sich nicht immer ganz in Worte fassen lässt.

WAS INSPIRIERT DICH GERADE ODER GIBT DIR KRAFT?
Menschen. Eigentlich immer. Die Menschen, die ich liebe, geben mir unglaublich viel Kraft. Ihre Unterstützung, ihr Glaube an mich und manchmal einfach nur ihre Nähe helfen mir, weiterzumachen. Es bedeutet mir viel, Menschen an meiner Seite zu haben, denen wichtig ist, was ich tue – die sich aber genauso für mich als Person interessieren, unabhängig von meiner Musik und den Zielen, die ich verfolge.
Gleichzeitig inspirieren mich die Menschen, denen ich begegne. Jeder trägt seine eigenen Geschichten in sich, sieht die Welt mit anderen Augen und wurde von ganz unterschiedlichen Erfahrungen geprägt. Ich liebe diese Gespräche, in denen man irgendwann über das Alltägliche hinausgeht und beginnt, einen Menschen wirklich ein Stück besser zu verstehen. Manchmal spricht jemand etwas aus, das man selbst schon lange gefühlt hat, aber nie richtig in Worte fassen konnte.
Ich finde es faszinierend, was aus einem einzigen Gespräch entstehen kann. Vielleicht wird daraus die Idee für einen Song, eine langjährige Freundschaft, eine unerwartete Verbindung oder sogar eine neue Perspektive auf sich selbst.
Seit ich in Schweden lebe, erlebe ich solche Momente besonders oft. Ich begegne Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und Perspektiven, und durch die Musik entstehen oft sehr tiefe Verbindungen. Gemeinsam Songs zu schreiben bedeutet, einander zuzuhören, offen zu sein und manchmal auch Gefühle zu teilen, die man sonst vielleicht für sich behalten würde.
All das inspiriert mich und gibt mir gleichzeitig Mut. Zu sehen, mit wie viel Leidenschaft andere Menschen ihren eigenen Weg gehen, erinnert mich daran, weiterhin an meine Träume zu glauben. Und manchmal liegt unglaublich viel Kraft allein darin, sich von jemandem verstanden zu fühlen. Es braucht nicht immer eine Antwort – manchmal reicht es schon, wenn jemand wirklich zuhört.
WENN MAN DICH IN DEINER NACHBARSCHAFT SUCHEN WÜRDE – AN WELCHEM LIEBLINGSORT WÜRDE MAN DICH WAHRSCHEINLICH FINDEN?
Wenn ich zu Hause in der Schweiz bin, würde man mich wahrscheinlich in meinem Zimmer finden. Dort schreibe ich den Grossteil meiner Musik, produziere meine Demos und verbringe viel Zeit damit, an neuen Ideen zu arbeiten. Es ist kein professionelles Studio, aber genau das mag ich daran: Es ist ein Ort, an dem ich mich wohlfühle, Dinge ausprobieren und Fehler machen kann – und an dem ich einem Song einfach folgen kann, wohin auch immer er mich führt.
Ein Ort, der mir besonders am Herzen liegt, ist aber mein Balkon. Dort steht ein Stuhl, auf dem ich abends gerne sitze, Musik höre und in die Sterne schaue.
Jetzt, wo ich in Schweden lebe, findet man mich wahrscheinlich am häufigsten in der Schule. Jeder von uns hat dort ein eigenes, voll ausgestattetes Studio, dazu gibt es Gemeinschaftsräume, in denen wir Zeit miteinander verbringen können. Es gibt immer etwas Neues zu lernen, jemanden, mit dem man sich austauschen kann, oder eine Idee, der man nachgehen möchte.
Und sonst findet man mich wahrscheinlich irgendwo draussen in der Natur. Ich liebe es, Zeit im Freien zu verbringen – und die Landschaften Schwedens haben für mich etwas ganz besonders Schönes.
